Das Nagelorgan des Menschen besteht im wesentlichen aus der Nagelmatrix (= Wachstumszone) der transparenten Nagelplatte, dem darunter liegenden Nagelbett und der Haut in der Umgebung des Nagels (= Paronychium).
Die Nagelmatrix ist die eigentliche Wachstumszone. Sie entsteht durch eine Einstülpung der Oberhaut. Anders als im Bereich der freien, d. h. nicht mit dem Nagelorgan in Verbindung stehenden Haut, schilfern die abgestorbenen (= verhornten Zellen) im Bereich der Nagelmatrix nicht ab. Sie bleiben aneinander haften und lagern sich als abgeplattete Hornzellen von oben und von unten an die wachsende Nagelplatte an.
Die Nagelplatte setzt sich aus etwa 100-150 Schichten dieser Hornzellen zusammen und ist insgesamt etwa 0,5-0,7 mm dick. Dabei besteht die Nagelplatte im wesentlichen aus Keratinen, d. h. bestimmten Eiweißstoffen, die von Oberhautzellen gebildet werden und in besonders großer Menge in abgestorbenen (= verhornten) Oberhautzellen vorkommen. Da im Bereich der Nagelmatrix kontinuierlich Hornmaterial an die Nagelplatte angelagert wird, schiebt sich die Nagelplatte langsam über das Nagelbett hinweg in Richtung Fingerspitze.
Die Wachstumsgeschwindigkeit beträgt im Bereich der Fingernägel knapp 1 mm pro Woche, im Bereich der Zehennägel etwas weniger. Am freien Nagelrand lässt sich die Nagelplatte aus ihrer festen Verbindung mit dem Nagelbett. In diesem Bereich können Pilzzellen in den Spalt unterhalb der Nagelplatte eindringen, insbesondere wenn der freie Rand der Nagelplatte bzw. das Nagelbett z. B. durch das Tragen zu enger Schuhe mechanisch geschädigt wird. Eine Schädigung der Fingernagel kann durch Arbeit im feuchten Milieu begünstigt werden.